24.09.2009
Aktuelles aus Altona IKEA Altona

IKEA in Altona


Der Kreisvorstand der GAL Altona steht der Ansiedlung einer IKEA-Filiale in der Großen Bergstraße grundsätzlich positiv gegenüber.

Unser Ziel ist weniger Verkehr, der Zersiedelung entgegen zu wirken, die Versorgung zu optimieren, die Funktion der Neuen Großen Bergstraße als Einkaufsstraße wiederherzustellen: Die Lebensbedingungen für die Menschen in Altona und Hamburg zu verbessern.

Die sehr gute Verkehrsanbindung an den ÖPNV, die zentrale Lage und die funktionale Gestaltung der Neuen Großen Bergstraße ist darauf ausgerichtet eine Versorgung zu gewährleisten, die über den täglichen Bedarf hinausreicht – also auch für episodisch nachgefragte Güter. Unser stadtplanerisches Ziel ist es, dass dieser Bedarf nicht nach amerikanischen Vorbild in Einkaufszentren auf der grünen Wiese abgedeckt wird, sondern durch kürzeste Wege, mit geringstem Verkehrsaufkommen: So vermeiden wir Autoverkehr und verhindern eine Zersiedelung und die Zerstörung von Grünflächen und Naherholungsräumen.

Angebot und Zielgruppen von Ikea gewährleisten nach bisherigen Erfahrungen, dass der Nachfrage einer breiten Bevölkerungsschicht entgegen gekommen wird – hier entsteht kein Luxussegment für Zahlungskräftige, sondern eine bessere Versorgung für alle.

Die Aufgabe der großen Kaufhäuser (Peek und Cloppenburg, Karstadt, Kaufhof) in der Neuen Großen Bergstraße hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass dieses großzügig angelegte Zentrum sich gegen Leerstand behaupten muss. Einer Vielzahl von gleich ausgerichteten Billiganbietern kann es nicht gelingen, das Angebot zu vergrößern oder eine Ausstrahlung zu erreichen, die der Dimension des Zentrums angemessen ist. Diese Entwicklung geht zu Lasten der verbleibenden Geschäfte, die abwandern  oder von der Schließung bedroht sind.

Ein Prozess der sog. „Gentrification“ mit entsprechenden Verdrängungsprozessen ist nicht zu befürchten. Neben einem Kaufhaus wie Ikea entsteht keine Luxussanierung. Die Preis- und Sanierungsspirale für Wohnraum wird durch Junge, Kreative ausgelöst. Als innenstadtnahes Wohngebiet muss Altona weiterhin für seine jetzige Bewohner attraktiv bleiben. Hier bietet genossenschaftlicher und stadteigener Wohnraum einen wirksamen Hebel um diese Attraktivität auch für geringe Einkommen zu gewährleisten.

Grüne Politik hat über Jahre die Planungswerkstatt Neue Große Bergstraße begleitet und mit befördert. Ein Ziel war es, für das Frappant-Gebäude einen Investor zu finden, der bereit ist, hier einen neuen Impuls zu setzen. Die Ikea-Ansiedlung widerspricht damit nicht der Arbeit der Planungswerkstatt, sondern kann als ein Realisierungsschritt bewertet werden. Allerdings nicht unter den bisher von Ikea dargestellten Plänen und Voraussetzungen.

„Ikea muss sich Altona anpassen, nicht Altona Ikea.“

Ein innerstädtisches Konzept (das auch aus Sicht von Ikea konsequent und fast verspätet dem Prozess der Reurbanisierung folgt) kann nicht heißen, dass Schnelsen oder Moorfleet 1:1 nach Altona versetzt wird.

Unsere Forderungen:

-    In der jetzigen architektonischen Gestaltung wäre das neue Gebäude ein Frappant in blau-gelb. Wir fordern: kleiner, unaufdringlicher: die Dimension und Architektursprache hat sich Altona und der Umgebung anzupassen – das gilt für die Neubebauung in der  Hafencity – und das gilt auch für Altona.
-    Eine verkehrliches Konzept muss gewährleisten, dass die Anwohnerbelastung durch den Warentransport minimiert wird, z.B. durch ein Warenlager außerhalb des Ausstellungs- und Warenangebotes.
-    Insgesamt bleibt das Verkehrskonzept von Ikea nebulös. Ein Lärmgutachten und ein Verkehrsgutachten sind erstellt worden. Antworten auf die dadurch aufgeworfenen Fragen in Bezug auf zunehmenden Verkehr und den Parksuchverkehr stehen aus.
-    Altonaer Künstler haben dazu beigetragen, dass aus der Ruine Frappant ein Kulturhaus erwachsen ist – mit vielfältigen Impulsen für den Stadtteil. Das von den Grünen geförderte Konzept der Zwischennutzung hat sich auch hier als Erfolg erwiesen. Um die weitere Arbeit der Künstler zu unterstützen, sollen Alternativen und Förderungsmöglichkeiten aufgezeigt und begleitet werden.

Die Ansiedelung Ikeas ist eine rein bezirkliche Entscheidung. Wir suchen den konstruktive Dialog mit allen Beteiligten: den Bewohnern, den Gewerbetreibenden, mit Ikea. Ikea ist eine Möglichkeit, der Neuen Großen Bergstraße Auftrieb zu geben – und zwar eine, die nach zehn Jahren Stillstand eine Perspektive sein kann. Wir diskutieren weiter für mehr städtische Wohn- und Lebensqualität in Altona.

 

 

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